Oma zu Besuch

Nachdem sich bei meinem Mann ganz kurzfristig eine Dienstreise angekündigt hatte, war sein erster Handgriff der Anruf bei Mama. Es ist ihm immer ein großes Anliegen, dass ich während seiner Abwesenheit etwas Unterstützung bekomme. Aber nicht immer passt das dann mit dem Terminkalender meiner Schwiegermutter. Diesmal hatten wir Glück und sie hat sich über seine Anfrage sehr gefreut. Ihr letzter Besuch bei uns ist auch schon wieder viel zu lange her – und damals habe ich sie gar nicht gesehen, weil ich in Spanien war.

Ihre Ankunft am Sonntagnachmittag wurde von den Kindern sehnsüchtig erwartet und die Wiedersehensfreude war groß. Nur wenig später hat sich Ha-Di dann auf den Weg zu seiner Schulung gemacht.

Aber bevor es nun so richtig ins Detail geht noch ein kleiner technischer Hinweis als Randnotiz. Die Hauptteil an Bilder in diesem Post stammen vom Handy, weshalb sie nicht immer in ihrer Qualität überzeugen. Aber ich bin aktuell ein wenig faul, was das Mitschleppen der großen Kamera angeht.

Am Montag war ich gleich in mehrfacher Hinsicht sehr dankbar, dass meine Schwiegermutter da war. Denn während ich in der Schule Leinwände bespannt habe, musste Josia vorzeitig aus dem Kindergarten abgeholt werden. Dank Oma kein Problem! Er kam mir an dem Morgen schon etwas warm vor. Aber irgendwie hab ich gar nicht daran gedacht, ihm deshalb Fieber zu messen.

Und als ich kurz vor 13 Uhr von meinem Arbeitseinsatz in der Schule zurückkam, fand ich ein schlafendes Kind auf dem Sofa. Meine Schwester hatte ihm fachfräulich etwas gegen das Fieber verabreicht, aber er war dennoch gut warm.

Den Rest des Nachmittags hat er viel Zeit auf meinem Arm verbracht. Und als wir uns dann für Annelies Abschiedsfeier bereit gemacht haben, stand er fast als erster am Start und wollte unbedingt mitkommen. Ich hatte gehofft, ihn einfach mit meiner Schwiegermutter zurück lassen zu können. Nichts war´s.

So sind wir gegen 16 Uhr mit unserem Korb voller Geschirr, Besteck, Essen und Trinken aufgebrochen. Nur Joel blieb zurück, weil er lieber zum Fußballtraining wollte. Das Wetter war sehr bescheiden – kühl, windig und immer wieder etwas feucht. Josia habe ich von Anfang an in der Trage verstaut, wo er dann ein weiteres kleines Nickerchen eingelegt hat.

Die Kinder haben ein richtig nettes Anspiel gemacht – Annelie war die vorlaute Schülerin, die regelmäßig zu spät zum Unterricht kommt -, es gab Dankesgrüße, viele wertschätzende Worte und natürlich auch diverse Geschenke. Unter anderem bekam jedes Kind ein kleines Fotobüchlein mit Bildern und Kontaktdaten von allen aus dieser Klasse.

Dann wurde der Grill angeworfen. Josia war alles andere als glücklich und ich war dankbar, dass sich meine Schwiegermutter um das Essen gekümmert hat. Die Kinder sind ja inzwischen so groß, dass sie sich dann selbst ihre Teller am Buffet befüllen können.

Meine Befürchtung wurde wahr und Josia musste brechen. Ich saß zu diesem Zeitpunkt glücklicherweise auf einer Bank, etwas abseits vom restlichen Trubel. Er war nicht mehr in der Trage, sondern saß auf meinem Schoß und somit blieben wir beide sauber. Man war ich froh darüber! Der Boden war auch schnell wieder gereinigt. Brauchte nur eine kleine Ladung Wasser; ein Abfluss war gleich in der Nähe.

Als Josia sich wieder beruhigt hatte, bin ich gemeinsam mit meiner Schwiegermutter nach Hause gefahren. Sie hatte Josia für die kurze Strecke auf dem Schoß, mit Tüte in der Hand. Eine Ladung Erbrochenes im Auto wollte ich nicht riskieren. Ich bin dann mit Josia daheim aufs Sofa, während Bibi Doris zurück zur Feier ist.

Meine Verabredung am Abend musste ich schweren Herzens sausen lassen. Aber Josia wollte nur seine Mama und somit blieb ich bei meinem fiebrigen Kind. Er hat noch ein weiteres Mal erbrochen und die ganze Nacht durch über 38,5 Fieber gehabt. Für mich gab es kaum Schlaf….

Dienstag ging es ihm schon deutlich besser und somit haben wir den Termin im SPZ trotzdem wahrgenommen. Seine Fußschienen musste nochmals kontrolliert werden. Die Kinder hatten während unserer Abwesenheit genügend Zeit für eine Runde Siedler.

Am Mittwoch blieb Josia ebenfalls daheim. Ich musste nochmals für eine Dienstbesprechung in die Schule. Und bis ich wieder heim kam, waren alle Kinder schon längst von der Schule zurück. Wir sind sofort weiter in die Stadt, da wir zur Feier des Tages (letzter Schultag!) essen gehen wollten. Die Kinder haben sich darüber sehr gefreut und es hat auch allen gut geschmeckt.

Josia war auch dabei – hat sich fürs Bild allerdings gekonnt hinter einem Buch versteckt.

Zum Abend waren wir bei Freunden auf ein kleines Gartenfest eingeladen. Der Regen hat auch extra eine Pause eingelegt, so dass wir tatsächlich auf der Terrasse essen konnten. Als ich mit Josia ankam, hatten die Mädels – Annelie und fünf Schulfreundinnen – schon ein großes Zelt im Garten aufgestellt, in dem sie die kommende Nacht verbringen wollten. Romy und Nasya waren währenddessen beim letzten Schwimmtraining vor den Ferien und Joel wollte zum letzten Fußballtraining vor der Sommerpause.

Es gab leckeres Essen, aber da Josia meist Hummeln im Hintern hat, kam ich gar nicht so richtig zum entspannten genießen von Essen und Gemeinschaft. Wir sind auch relativ früh wieder aufgebrochen, nachdem wir uns von Annelie verabschiedet hatten.

Zuhause wurde Runde zwei beim Siedeln eingeläutet, die bis kurz nach 22 Uhr ging. Der perfekte Einstieg in die großen Sommerferien, nicht wahr?!

Am Donnerstag ging es nahtlos mit der Spielerei weiter. Direkt nach dem Frühstück wurden die Karten gemischt und später folgte Teil drei der Siedler-Saga. Ging gut, bis Josia vom Kindergarten nach Hause kam und erst mal einen Gegenstand mit schwungvollem Wurf mitten aufs Spiel platziert hat.

Da es nach dem Mittagessen tatsächlich etwas freundlicher aussah, haben wir uns auf den Weg in den Nachbarort gemacht. Zuerst sind wir eine Runde durch den Schlosspark geschlendert und als Abschluss gab es für alle ein leckeres Eis.

Der Freitag brachte ein vertrautes Bild mit sich, denn auch an diesem Tag sollte viel Zeit im Spiel verbracht werden. Zuerst Siedler, dann Zug um Zug und später noch einige Runden Qwirkel. Wie kann man nur so lange und so viel spielen und immer noch Lust auf mehr haben?!

Ein bisschen PC-Spielzeiten gab es auch, da Joel und Annelie nicht immer bei den großen Gesellschaftsspielen mitmachen wollten bzw. konnten. Ein solches Alternativprogramm ist ihnen sehr willkommen, denn Omas Computer hat auch tolle Spiele zu bieten.

Außerdem brachte dieser Tag noch ein ganz besonderes Highlight mit sich, denn wir bekamen überraschend Besuch von Annelies Freundin, die sich auf dem Heimweg nach Norwegen befand. Ich hatte vor einigen Tagen via Facebook kurz Kontakt mit ihrer Mutter gehabt und dabei auch die Einladung ausgesprochen. Sie hat mich beim Wort genommen und so habe ich sie für Freitag zu uns zum Mittagessen eingeladen. Die Kinder wussten nicht, wer kommt. Annelie war sogar noch auf einer Geburtstagsfeier, wo wir sie dann früher abholen mussten. Schließlich war die Zeit für die Besucher knapp bemessen.

Wir haben gemeinsam gegessen und anschließend waren die Kinder noch eine Runde im Wasser, das wegen all dem Regen und der niedrigen Temperaturen in den vergangenen Tagen leider sehr frisch ist. Die zwei „Nordlichter“ hat das deutlich weniger beeindruckt als meine Kinder. Und nach ungefähr zwei Stunden Zwischenstopp mussten sie bereits ihre Weiterfahrt antreten, da sie an diesem Tag noch bis Dänemark fahren wollten.

Am Abend kam Ha-Di von seinem Seminar zurück. Und am Samstag hat sich Oma wieder auf den Heimweg gemacht. Wir hoffen, bis zum nächsten Wiedersehen dauert es nicht zu lange… denn es war wie immer sehr schön mit ihr! Nur der Babu hat gefehlt 🙂

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