Der Beginn einer neuen Ära

Ich denke, wir erfüllen so manches Klischee einer Großfamilie. Eine ganz große Sache ist ja häufig das Thema „eigenes Zimmer“. Je mehr Kinder man hat, umso mehr Zimmer braucht man also. Das Haus, welches wir in den vergangenen 10 Jahren unser Zuhause nennen durften, ist diesem Anspruch durchaus gerecht geworden. Wir hatten sechs Zimmer, die zeitweise alle auch mal als Schlafzimmer genutzt wurden. Und dennoch schlafen unsere Kinder gefühlt schon „immer“ zusammen in einem Zimmer.

Als wir in das Abenteuer Familie aufgebrochen sind, haben wir natürlich ganz klassisch unser erstes Kinderzimmer eingerichtet. Wirklich neu waren darin lediglich die Wandfarbe und eine kleine Kommode. Der Rest war zwar gebraucht, aber in unseren Augen dennoch sehr hübsch und vor allem nützlich.

In den ersten Monaten wurde dieses Zimmer seinem eigentlichen Zweck nicht gerecht, denn Nasya hat bei uns im Schlafzimmer geschlafen – im Stubenwagen. Erst als sie dafür zu groß wurde, folge der offizielle Einzug in ihr Kinderzimmer.

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Ich kann nicht so genau sagen, wie viele Monate sie tatsächlich ganz für sich in ihrem Zimmer geschlafen hat. Sie war gerade mal 2 Jahre, als ihr erster Umzug anstand. Auch in der neuen Wohnung hatte sie ihr eigenes Kinderzimmer, das nur ab und an von Familienbesuchern mitbenutzt wurde – denn unser Gästebett befand sich darin. In den letzten Wochen hat Romy ihr Gesellschaft geleistet – wenn sie mal geschlafen hat, denn sie war zu der Zeit leider keine allzu gute Schläferin.

Knapp 5 Monate später kam der nächste Umzug – zurück nach Süddeutschland. Und bis zu unserem „großen Umzug“ nach Afrika haben wir alle gemeinsam in einem Zimmer geschlafen. Das war dann auch für die ersten paar Monate im „neuen Zuhause“ der Fall.

Dann kam wieder eine kurze Phase, in der Nasya ein Schlafzimmer ganz für sich alleine hatte. Aber ab dem Zeitpunkt, wo ihre jüngere Schwester Romy offiziell zu ihr ins Zimmer gezogen ist, war dieser „Luxus“ Geschichte.

Mit jedem weiteren Kind kam einfach ein weiteres Bett dazu bzw. die normalen Betten wurden nach und nach durch Stockbetten ersetzt. Und so ging das bis zum heutigen Tag…

Wie schon erwähnt, bot unser Haus in Afrika durchaus die räumlichen Möglichkeiten, so dass wir diese Tatsache schon vor Jahren hätten ändern können. Aber immer wenn wir dieses Thema auf den Tisch gebracht haben, kam ein deutliches: „Nein, wir wollen zusammen bleiben!“ – wobei die Stimmen der einzelnen unterschiedlich stark waren. Deshalb fand 2013 lediglich ein Gruppenumzug vom kleinen Schlafzimmer in das große Schlaf- und Spielzimmer statt.

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Diese Gewohnheit hat durchaus seine gute Seite, denn wenn wir auf Reisen etwas enger zusammen rücken musste, war das für unsere Kinder in der Regel nie ein Problem – außer wenn es darum ging, ein Bett zu teilen.

Vor allem während unserer Deutschlandaufenthalte kam uns diese Tatsache oft zu Gute, denn uns stand in diesen Zeiten mit wenigen Ausnahmen oftmals nur ein Zimmer zur Verfügung.

Und jetzt sind wir tatsächlich schon über fünf Monate in Deutschland…

* ja, ich kann das selbst kaum glauben! *

… so lange am Stück waren wir seit unserer Ausreise vor 10 Jahren nicht mehr auf deutschen Boden!

Bis zum heutigen Tag haben unsere vier großen Kinder auch hier wieder gemeinsam in einem Zimmer geschlafen (auf ca. 8m²). Dadurch stand uns das zweite Kinderzimmer als komplettes Spielzimmer mit viel Bodenfreiheit zur Verfügung, was auch sehr ausgiebig genutzt wurde. Außerdem wollten wir nicht zu viele Möbel aufbauen, die man dann alle wieder wegräumen muss, wenn besagte Zimmer irgendwann mal renoviert werden sollte.

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Tja, und dann hat sich das mit der Renovierung aus den unterschiedlichsten Gründen ziemlich in die Länge gezogen, denn wie gesagt sind wir ja bereits über fünf Monate hier!

Aber jetzt ist das eine Kinderzimmer fast fertig! Wir haben nach und nach Möbel gekauft, und als der Boden verlegt und die Wand und Decke frisch gestrichen waren, tatsächlich auch aufgebaut. Irgendwann sollen sich Josia und Joel dieses Zimmer teilen, aber bis dahin darf Nasya erst mal mit Joel im neuen Stockbett schlafen – da Joel nicht alleine sein möchte.

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Und im bisherigen Kinderschlafzimmer verbleiben Annelie und Romy, wodurch wir zwei Matratzen wegräumen konnten. Nun schlafen tatsächlich alle Kinder in einem richtigen Bett und nur für uns Eltern bleibt das Matratzenlager.

Ich bin gespannt auf diesen neuen Abschnitt… ABER irgendwie auch ein bisschen wehmütig.

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