Ungebetene Gäste

Kein Haus ist absolut tierfrei – das weiß jeder. Aber doch gibt es gewisse Tiere, auf die man gut und gerne verzichten kann. Leider haben wir von der Sorte mehr, als uns lieb ist.

Da wir vor unserer Ausreise auf einem Bauerhof gewohnt haben, sind wir „tierisch“ gesehen sehr abgehärtet. Spinnen, Ohrwürmer, Fliegen und Mücken hatten wir je nach Jahreszeit in Massen im Haus. Das Moskitonetz war uns schon von Deutschland her vertraut, dort hatten wir allerdings eine Winterpause! Und wir mussten auch schon auf Mäusejagd auf unserem Dachboden gehen, da das Geraschel und Gekratze abends und nachts echt lästig war.

Hier haben wir nun alles in etwas extremerer Ausführung. Die Mäuse sind Ratten, die Moskitos das ganze Jahr da und dazu noch Malariaüberträger, und dann gibt es dann noch Ameisen in allen Größen, Geckos, Spinnen, Termiten, Kakerlaken und vieles mehr.

Selbst die Haustiere können in gewisser Weise zur Plage werden, wenn sie sich nicht so verhalten, wie sie es sollten. In der letzten Woche hatten wir ein paar unerwünschte Zwischenfälle mit unseren Hunden, die unseren Hühnerbestand mal wieder ein bisschen reduziert haben.  Mama Henne und ihre drei Tage alten Küken wurden zwei Mal angegriffen, dann war die Mutter tot und die letzten fünf Küken haben vermutlich die Ratten nachts verschleppt, denn am Morgen fehlte jegliche Spur von ihnen.

Das Thema „Ratten“ begleitet uns nun schon seit Jahren hier. Sie machen einen unglaublichen Lärm auf dem Dachboden, so dass man sich fast wie in der Anfangsszene des Trickfilms Rattatoulie vorkommt und zu guter Recht die Befürchtung hat, die Decke könnte einem gleich zusammen mit all den vielen Ratten auf den Kopf fallen (bei den dünnen Decken hier ist dieser Gedanke nicht völlig abwegig). Richtig lästig an der Sache ist, dass sie absolut ALLES annagen, was ihnen zwischen die Zähne kommt: Plastikboxen, Kleidungsstücke, Kabel, Holztüren, Kisten und sogar unser Gummitannenbaum ist ihnen zum Opfer gefallen. Zum Glück haben wir das noch recht früh entdeckt und konnten ihn nach gründlicher Reinigung zu Weihnachten wie gewohnt aufbauen. Er sieht nur an ein paar Stellen etwas geschröpft aus.

Vor wenigen Wochen haben die Ratten leider auch den Weg in den Wohnbereich unseres  Hauses gefunden. Sie haben kurzerhand die Moskitogitter an den Fenstern aufgenagt und sich häuslich niedergelassen. Ha-Di hat eines morgens ein Nest mit Jungtieren bei sich im Büro entdeckt und gleich entfernt. Nun sind wir sehr darauf bedacht, dass nichts an oder unter den Fenstern steht, was für die Ratten zum Sprungbrett ins Haus werden könnte.  Und Ha-Di kämpft weiterhin mit Gift, Fallen und Blasrohr, um diese Plage endlich in den Griff zu bekommen.

An all die Ameisen im Haus gewöhnt man sich mit der Zeit tatsächlich. Nur wenn sie in Massen kommen – was zum Beispiel bei einem Ameisenumzug der Fall ist, wo sie mit ihren Eiern unterwegs sind – dann greifen wir zur Flasche und sprühen eine Runde. Es ist sehr wichtig, immer alles ameisensicher zu verpacken. Und wenn dies nicht geht, was zum Beispiel bei einem frischgebackenen Kuchen der Fall ist, muss man eine sichere Insel bauen. Auch darin bekommt man mit der Zeit eine gewisse Routine.

Etwas lästiger sind dagegen die größeren Ameisen im Freien, wenn sie den Spielbereich der Kinder besiedeln. Da diese Krabbler ständig überall hochklettern hat folglich viel Kindergeschrei und wenig Spaß.

Tja, und dann sind da noch die Termiten. In gewisser Weise sehr nützliche Tiere, da sie innerhalb kürzester Zeit große Mengen an Holz einfach verschwinden lassen können. Was für die Wildnis ein Segen ist, wird für die Zivilisation zum Fluch, denn wenn dieses  Holz z.B. eigentlich ein Regal ist, oder die Fußbodenleiste in unserem Haus, oder die Stalltüre zu den Hühnern, dann ist das nicht gerade hilfreich. Diese brechen dann plötzlich auseinander und können folglich nicht mehr im ursprünglichen Sinn genutzt werden. Auch hier heißt es: auf in den Kampf mit Altöl oder Gift.

In diesem Sinne hoffen wir, dass uns unsere Möbel und die darin gelagerten Habseligkeiten weiterhin noch lange und gut erhalten bleiben und uns abends im Bett nicht wieder der Hundefloh beißt.

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