In Alleinregie

Pünktlich zum Ferienende tauchte leider auch die nächste Afrikareise für Ha-Di auf. Er hatte sich extra darum bemüht, seinen Einsatz eine Woche nach hinten zu schieben, damit er nicht wieder in den Ferien fliegen musste. Eine gute Entscheidung!

Mit dem Start ins neue Schuljahr kam schlagartig der unerbittliche Ruf des Weckers in mein Leben zurück. An dieser Stelle sei angemerkt, dass es schön gewesen wäre, wenn mich in den 10 Tagen ohne meinen Mann nur der Wecker aus dem Schlaf gerissen hätte. Bis auf wenige Ausnahmen war ich nämlich ganz zuverlässig schon vor 6 Uhr wach. Dafür hat Josia gesorgt, da er bevorzugt zwischen fünf und halb sechs wach wurde; natürlich auch am Wochenende.

Für mich bleibt es fraglich, ob ihn wirklich der Hunger treibt – wie er stets zu bekunden weiß -, oder ob er einfach nur aufstehen möchte, weil er denkt, dass das Leben so spannend ist und man im Bett ziemlich sicher ganz wichtige Dinge verpasst. Und so zwingt er sich an den meisten Tagen regelrecht dazu, denn genau betrachtet ist er noch müde. Wie könnte er sonst so schnell wieder schlafen, wenn er in Folge meines Widerspruchs unter Grummeln wieder ins Bett kriecht?

Glücklicherweise ist es mir an allen Tagen gelungen, ihn zurück in sein Bett zu schicken. Manchmal musste es zwar Papas Bett sein, denn da will er immer liebend gern rein! Aber Bett ist Bett und an Schlaf konnte ich meist sowieso nicht mehr denken. Also sprach nichts dagegen, dass er direkt neben mir nestet, knattert und sonst noch tut, was er da eben immer so tut. Ruhig und entspannt schlummern klappt um diese Tageszeit bei ihm nur äußerst selten. Aber ich kam immerhin in den Genuss, noch im warmen, weichen Bett liegen zu können und manchmal vielleicht sogar ein kleines bisschen zu dösen.

Ich habe mich wirklich darum bemüht, gute Grundbedingungen für eine erholsame Nachtruhe zu schaffen. Denn das war nach unserem Urlaub leider mehr als nötig, da der Schlaf in diesen zwei Wochen sehr zu wünschen ließ.

Ben hätte am liebsten bei Josia geschlafen…

Nach guter Vorbereitung konnte Josia sein neues Nachtlager direkt neben unserem Ehebett in Bezug nehmen. Er war total angetan von seinem Bett und hat in einigen Nächten für seine Verhältnisse relativ gut geschlafen. Da er in meiner unmittelbaren Nähe war, musste ich mich nachts nicht aus dem Bett schleppen und schlaftrunken in sein Zimmer wanken. In vielen Fällen hat eine kurze Antwort als Versicherung meiner Gegenwart ausgereicht, und Josia konnte sich umdrehen und weiterschlafen.

Nachdem ich anfangs jede Nacht seine Windel wechseln musste, bin ich nach Tag fünf oder so dazu übergegangen, ihm abends einfach zwei Windeln übereinander anzuziehen. Er protestiert zwar jedes Mal, weil man schließlich nur eine Windel braucht. Aber was sein muss, muss sein. Und seither konnte ich das lästige Wickeln mitten in der Nacht tatsächlich von meiner Agenda streichen! Ab und an bestand er zwar auf einen Klogang – in der Regel zwischen 4 und 5 Uhr morgens. Und danach habe ich ihm die durchnässte Windel ausgezogen – war ja gleich noch eine weitere da, die man anschließend ohne viel Aufwand hochziehen konnte. Und dann schnell zurück ins Bett.

Da er mir tatsächlich zwei Mal in den frühen Morgenstunden unbemerkt aus dem Zimmer entwischt ist, bin ich zum nächsten Sicherheitsschritt übergegangen und habe von da an die Schlafzimmertüre abgeschlossen. Bis er diese auf hat, bin ich nämlich ziemlich sicher wach! So mein Gedanke.

Am Wochenende ruhten meine Kinder-weck-und-Vesper-erstell-Pflichten. Folglich konnte ich auch den Wecker ausschalten, was Josia aber nicht davon abgehalten hat, viel zu früh aus dem Bett zu schleichen. An einem Tag habe ich ihn einfach machen lassen, weil ich noch so müde und geschafft war und schon der Gedanke ans Aufstehen total anstrengend war. Dennoch kam ich nicht umhin, schnell rauszuspringen und wenigstens unsere Wohnungstüre abzuschließen. Sicher ist sicher, sonst weckt der Kollege noch diverse andere Mitbewohner!

Als ich gute 20 Minuten später aufgestanden bin, war wider Erwarten kein Chaos ausgebrochen. Er hatte sich einfach eine Schüssel mit Müsli gerichtet und diese genüsslich verspeist. Einzelne Zeitzeugen weilten noch auf dem Esstisch und in der Küche. Aber das war´´´„´´´´ s auch schon. Ja, er kann! Wie schön wäre es, wenn man sich darauf verlassen könnte?!

Nun aber genug zu Josia.

Ben hat glücklicherweise in der gesamten Zeit überwiegend gut geschlafen. In einigen Nächten kam er zwar in mein Bett gekrabbelt. Und teilweise habe ich es noch nicht einmal mitbekommen, wann er genau kam. Er lag einfach neben mich gekuschelt und hat selig geschlafen.

Dass er beim Erwachen keine Mama im Bett angetroffen hat, das fand er jeden Tag aufs Neue doof. Also wurde mit viel Nachdruck nach mir verlangt. Aber oft konnte ich nur kurz zu ihm ins Bett kriechen und kuscheln, weil Josia schließlich versorgt und vor allem beaufsichtigt werden musste.

Es gelang mir lediglich am ersten Schultag, dass Ben nochmal richtig schön eingeschlafen ist und ich nach kurzer Kuschelphase problemlos aus dem Bett schleichen und ihn allein zurücklassen konnte. An diesem Vormittag habe ich ihn sogar erst kurz nach 8.30 Uhr geweckt, weil er eigentlich in die Spielstube hätte gehen sollen. Tja, aber dieses Thema ist leider kein bisschen besser als vor den Sommerferien. Ich denke, das war´´ s dann voll mit der Spielstube.

Ben vespert daheim, weil er nicht in die Spielstube gehen wollte

Ich hatte mir für die 10 Tage ohne Papa ein wenig Unterstützung organisiert. So wäre unsere Babysitterin in der ersten Schulwoche direkt zwei Mal zu uns gekommen, da sie in der zweiten Woche als Mitarbeiter für eine Freizeit eingeplant war. Leider musste sie den zweiten Termin ganz kurzfristig absagen, da sie wegen eines plötzlichen Todesfalls zu ihrer Mutter reisen musste.

Der nächste Ausfall betraf meine Putzhilfe, die normalerweise jeden Dienstag für eineinhalb Stunden zu uns kommt – den Sozialleistungen meines Sohnes sei Dank! Letztlich kam sie an keinem der beiden Tage. Und als ich mich nach dem zweiten Ausfall telefonisch über ihren Verbleib erkundigt habe, kam kurze Zeit später die simple Rückmeldung, dass sie es einfach vergessen hätte. Tja, durch die Sommerferien war der feste Ablauf eben zeitweilig unterbrochen. Aber ich hatte ihr beim letzten Einsatz klar mitgeteilt, dass wir ab Schulstart wieder daheim sind und sie dann nach Plan kommen könne. Hoffentlich klappt es in der kommenden Woche.

Da ich in aller Frühe schon alles fürs Putzen vorbereitet hatte, habe ich eben selbst Wischmopp und Co geschwungen und für ein bisschen mehr Sauberkeit in unserem Zuhause gesorgt. War ja dringend notwendig! Ich konnte sogar noch einen Teil der Fenster reinigen, da ich die Gunst der Morgenstund voll ausgeschöpft habe. Frühes Aufstehen bringt eben doch auch Vorteile mit sich.

Josia kann es kaum erwarten, bis sein Schulbus kommt

Wenn es das Wetter zugelassen hat, waren wir an den Nachmittagen im freien unterwegs oder zumindest vor der eigenen Haustür. Hausaufgabe sind in der ersten Schulwoche noch nicht bei uns eingetroffen, also blieb Zeit für die Lernwörter der Logo.

Heute wurde abgezeichnet: Schuhe, Gegenstände, Josia, Ben und Joel…
Josia wollte dann auch die Mama ummalen. Ergebnis: das liegende Gespenst oben links (lila).
Schaufel und Besen
Die Katze verspeist ihre Beute unter Aufsicht der Jungs
Die Glems mit viel Wasser, da es an diesem Tag schon etliche Stunden Regen gegeben hatte

In der ersten Schulwoche gab es ein Geburtstagkind zu feiern. Und so haben wir uns am entsprechenden Nachmittag auf den Weg zu meiner jüngsten Schwester gemacht, um ihr zur Feier des Tages einen kleinen Besuch abzustatten. Ich war bereits am Montagvormittag kurz bei ihr gewesen, was Ben total glücklich gemacht hat. Folglich gab es in dieser Woche noch ein zweites Mal eine ausgiebige Spielzeit bei der Cousine und ihrer kleinen Schwester. Und Josia redet seither ständig davon, dass er ganz dringend wieder bei Klara spielen möchte.

Zum Wochenende hat sich unsere Familie weiter reduziert, da Nasya zu einer Art Freizeitnachtreffen nach Thüringen gehen wollte. Sie konnte bei ihrer neuen Freundin mitfahren. Ansonsten wäre es vermutlich nicht machbar für sie gewesen. Und am Montagmorgen schulterte sie ihren vollbepackten Rucksack und ist für weitere zweieinhalb Tage unterwegs gewesen; diesmal auf den Chor- und Theatertagen mit der Schule. Echt schön, das sowas endlich wieder stattfinden kann.

Am Samstagvormittag ging es für die zwei Jungs und mich nach Ludwigsburg ins Blühende Barock.

Unseren Sonntag haben wir überwiegend Zuhause verbracht. Am späten Nachmittag kam meine Freundin mit ihrer Tochter vorbei, sehr zur Freude von Josia und Ben. Und die zwei großen Mädels haben zusammen mit meiner Schwester und Jess stundenlang über einem dieser Exit-Games gebrütet. Sehr zum Leidwesen der kleineren Kinder war dadurch das Playmobilspielen im Obergeschoss tabu. Naja, beim nächsten Besuch vielleicht wieder.

Die Jungs testen die neue Schaukel auf dem Zugspielplatz

Am Dienstag haben Ben und ich Josia von der Schule abgeholt, worüber sich beide Jungs sehr gefreut haben. Ich war etwas zu früh und so konnte Ben noch ein bisschen mit Josia über den Schulspielplatz toben und mit den großen Dreirädern fahren.

Den Nachmittag haben wir in der Bücherei und auf dem Spielplatz in der Stadt verbracht. Josia war so stolz darauf, dass er es alleine bis aufs Dach des Spielhäuschens geschafft hatte! Und Ben hat mal wieder die Bücherei unsicher gemacht.

Noch ein kurzes Spiel, bevor die Jungs ins Bett gehen

Und nun sind wir alle voller Vorfreude auf Morgen, denn da kommt der Papa endlich wieder nach Hause!

1 Kommentar

  1. herrlich! deine Bilder und dein Erzählen!

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