Und wir sind zurück in der „Schule daheim“

Es ist kurz vor 9 Uhr und Ben schläft immer noch. Seit einigen Tagen war der Mittagschlaf bei ihm nur noch eine Mittagspause mit etwas Mama-Kuscheln, Schnullern und Buch lesen. Er hat es dennoch gut bis zum Abend geschafft. Aber nun scheint sich doch ein gewisser Nachholbedarf bemerkbar zu machen.

Josia ist in der Schule, was mich sehr dankbar stimmt! Es tut uns allen gut, dass er immerhin ein paar Stunden aus dem Haus sein kann. Am ersten Tag war es für ihn noch etwas komisch, wieder in der Schule zu sein und dann nur in der kleinen Gruppe. Da die Grundschulen auch hier offiziell im Homeschooling-Modus sind, besteht seine Klasse lediglich aus den 6 Kindern der sonderpädagogischen Einrichtung und ihren Lehrkräften, die nun vor Ort Unterricht haben.

Es ist schön zu sehen, dass er morgens gut gelaunt mit seinem Schulranzen loszieht und in sein Taxi steigt. Am ersten Tag kam er ziemlich müde nach Hause. Schon an Tag zwar war dies spürbar besser und so kann er sich nach der Schule auch problemlos seinen Hausaufgaben zuwendet.

Gestern musste er unter anderem ein Bild ausmalen, was er wirklich sehr gewissenhaft gemacht hat. Aber dann hat ihm die Sache fast etwas zu lange gedauert. Das war echt lustig zu beobachten.

Die vier großen Kinder sind ganz gut in ihren Schulalltag gestartet. Am ersten Tag ist zwar die Online-Plattform wenige Minuten nach 8 Uhr zusammengebrochen und sie konnten erst einige Zeit später wieder auf die Unterrichtsinhalte zugreifen. Scheinbar war das ja ein landesweites Problem. Und so gab es am Dienstag auch die entsprechenden Schlagzeilen in der Zeitung. Aber seit diesem Total-Crash am Tag 1 geht´s tatsächlich besser. Und bei Joel klappt es bislang reibungslos. Aber seine Schule nutzt ein anderes System und ist wirklich insgesamt deutlich besser aufgestellt und organisiert in der ganzen Sache. Im Vergleich zum ersten harten Lockdown sitzt er nämlich nun tatsächlich die meiste Zeit seiner Regelunterrichtszeit auch am Schreibtisch und hat was zu tun.

Von den zwei Großen kommt öfter die Ansage, dass sie viel zu viel Arbeit aufgetischt bekommen. Ja, richtige Absprachen unter den Kollegen ist gerade in der Oberstufe nicht so leicht. Anders wäre es dennoch schöner und für die Kinder angenehmer.

Ben war am Tag 1 schon ein wenig irritiert und er hat definitiv seinen Bruder vermisst. Außerdem hat er mehrfach verkündet, dass er nun auch in die Schule geht! Zu seinem anderen Bruder konnte er leider auch nicht, weil dieser schließlich was arbeiten musste. Das hat Ben nicht wirklich verstanden. Und so war ich oft damit beschäftigt, ihn von Joel fernzuhalten und irgendwie mit anderen Dingen abzulenken. Wie gut, dass man ihn bei vielen Hausarbeiten gut einbinden kann.

Quatsch machen im Keller Auch die Fenster werden entweihnachtet

Ha-Di hat diese Woche leider einige Termine und viele Dinge, die dringend noch erledigt werden müssen, bevor es für ihn wieder nach Afrika geht. Im Büro hat sich über die Ferienzeit manches gestapelt, Rechnungen und Abrechnungen müssen zeitnah fertig gemacht werden und bei den Flüchtlingen gibt es auch noch das ein oder andere. So haben wir ihn am Montag immer nur kurz zu den Essenszeiten gesichtet und dann eben am Abend wieder. Der Dienstag sah ähnlich.

Ich habe inzwischen den Großteil der Weihnachtsdeko abgenommen und verräumt. Auch der Baum ist „entkleidet“ und wartet nur noch auf den Auszug in den Garten. Überhaupt war ich die letzten Tage viel mit aufräumen, putzen und Wäsche machen beschäftigt. In den Nachmittagsstunden bleibt dafür kaum Zeit übrig, weil die zwei Jungs da stets an erster Stelle stehen und wir, wenn wettertechnisch möglich, auf jeden Fall eine Runde an die frische Luft gehen.

Und so waren wir am Montag seit längerem Mal wieder bei den Enten. Außer an dem Federtier haben sich die zwei sehr an den vielen, kleinen Eispfützen erfreut.

Und erst wenn die einst schönen Eispfützen so aussahen konnten wir weiterziehen

Dienstag war das Wetter sehr verregnet und unangenehm. Also haben wir die meiste Zeit drinnen gespielt.

Als beide Jungs ihre Hose vollgesetzt haben und ich mit dem Wickeln durch war, habe ich ganz unbedarft das Fenster geöffnet. Frische Luft war für dieses Zimmer dringend erforderlich. Ich wollte nur kurz die Windeln vors Haus in den Müll entsorgen. Als ich wieder ins Kinderzimmer kam, waren beide Jungs voller Euphorie dabei, sich im Weitwurf zu messen… oder was auch immer sie da veranstaltet haben. Der Blick in den Garten offenbarte ein Wiese voller Playmobil Krimskrams. Immerhin ließ sich Joel dazu überreden, beim Einsammeln behilflich zu sein.

Als der Regen endlich nachgelassen hat sind wir noch ein wenig an die frische Luft. Es war zwar schon fast dunkel und wir kamen auch nur bis zur Brücke. Da wir auf dem Weg dahin einen kleinen Tannenbaum am Wegrand entdeckt haben, war Josia von der Idee beseelt, dieses Ding abzuschleppen. Und er hat es dann tatsächlich mit viel Mühe und Stöhnen und zeitweiliger Mithilfe seines Bruders geschafft, dieses Bäumchen bis auf die Brücke zu schleppen, wo wir ihn dann ans Geländer gestellt haben. Was war der Junge stolz auf seine Tat!

So, und nun lassen wir uns überraschen, wie alles weitergehen wird. Rosig scheinen die Aussichten ja leider nicht zu sein. Dafür habe ich noch einen Link zu einem meiner Lieblings-Blogs. Ganz so herausfordernd waren unsere bisherigen Januarwochen nicht – weil hier glaub auch das Wetter etwas besser ausgefallen ist – aber als erholsam und ruhig würde ich sie auf keinen Fall einordnen. Ha-Di hat sich sehr bemüht, während der Ferienzeit möglichst wenig im Büro zu sein und mir immer mal wieder die Kinder abzunehmen. Arbeiten können, ohne gleichzeitig auf zwei aufgeweckte Kinder aufpassen zu müssen, ist für mich ein echtes Luxusgut und wirklich angenehm.

1 Kommentar

  1. danke, liebe Doro, fürs Teilen deines Lebens. Soo interessant zu lesen und gut nachzuvollziehen. Wir freuen uns, dass Josia sich so toll entwickelt und auch in der Schule viel lernt und gut mitmacht. Ihr seid eine wunderbare Familie!!!!

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