Eine Verabschiedung mit unerwünschtem Ausgang

So ganz sind wir noch nicht durch mit unseren Verabschiedungen, denn schließlich sollen auch die Kinder nicht zu kurz kommen in diesem Bereich. So fand bereits am 20. Mai im Rahmen der regulären Assembly die offizielle Schulverabschiedung unserer Kinder statt. Sie haben von ihren Klassen selbstgebastelte Karten überreicht bekommen. Und anschließend konnten die Mädels noch eine zeitlang mit im Unterricht dabei sein.

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Nasya hat als Einzige den ganzen Schultag mit ihrer Klasse verbracht. In der Mittagspause gab es als große Überraschung sogar Pizza für die gesamte Klasse. Das war natürlich ganz nach Nasyas Geschmack, denn sie liebt Pizza. Romy und Annelie kamen schon früher mit mir zurück nach Hause. Schule haben wir hier an diesem Tag allerdings keine mehr gemacht.

Nach Rücksprache mit den jeweiligen Klassenlehrerinnen hatten wir für Dienstagnachmittag nochmals einen kleinen Besuch in der Schule vereinbart. Ich  hatte für diesen besonderen Anlass eine kleine Diashow mit Bildern aus unserer Schulzeit an der ISZ zusammengestellt und eine ganze Ladung Muffins gebacken. Die Kinder aus drei Klassen haben sich in ein Klassenzimmer gequetscht und dann konnte der Spaß auch schon losgehen. Es wurde wirklich sehr viel gelacht und ich habe meine Aufmerksamkeit vor allem auf die Kinder und deren Reaktionen gerichtet. Die Bilder kannte ich ja schon.

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Es gab ein großes „Oooch“, als die Diashow vorbei war. Und innerhalb weniger Minuten hat sich das Klassenzimmer sichtlich geleert, denn der Unterricht sollte weitergehen. Nur von Romys Klasse sind noch einige übrig geblieben. Und mit diesem Rest haben wir dann noch ein kleines Fangspiel gestartet.

Das Spiel war gerade mal fünf Minuten am Laufen, als eine Gruppe aufgelöster Kinder auf mich zukam. „Annelie hat ihren Arm gebrochen!“ Ich dachte zuerst, so schlimm wird´s schon nicht sein, denn schließlich bricht man sich ja nicht einfach mal schwupps den Arm. Aber als ich sie dann ankommen sah, bestand für mich kein Zweifel. Ihr Arm war sichtlich verbogen, wie wenn er nur noch aus Knete wäre und jemand einen Knick in den Unterarm gemacht hätte! Das sah echt richtig eklig aus. Aber ich war dankbar, dass die Haut immerhin noch zu war.

Ich bin schnell zurück ins Klassenzimmer, um meinen ganze Technik und die Muffinreste einzupacken. Und dann sind wir schnell mit dem Pikipiki (Roller) nach Hause gefahren, da ich unverzüglich HaDi anrufen musste. Ich hatte mein Handy nämlich nicht dabei! Und HaDi war in der Stadt bei einem Treffen. Außerdem stand für ihn an diesem Nachmittag eigentlich noch eine Fahrt nach Dar an. Aber darauf wurde dann nichts mehr.

Da ich kein Auto hatte, kam Dominic aus der Werkstatt und hat uns ins Krankenhaus gefahren, wo wir uns dann mit meinem Mann treffen wollten. Der hat sich allerdings verspätet, weil er noch einen Anruf von der Schule erhalten hat, dass er doch bitte seine zwei Töchter abholen soll. Nasya und Romy waren nämlich total durch den Wind und vermutlich auch etwas unter Schock wegen der ganzen Sache. Und da ich so schnell davon gedüst bin, hatte ich das gar nicht mehr mitbekommen.

Nun saßen wir im Krankenhaus vor dem Arztzimmer, zwei weinende Schwestern und eine relativ ruhige Annelie. Blutabnahme, Vorstellung beim Arzt, röntgen und nochmals mit dem Arzt sprechen. Elle und Speiche durch.

Es war klar, dass Annelie eine kleine Narkose bekommen muss, damit der Arm in die richtige Position zurück geschoben werden kann. Und wegen dieser Narkose sollte Annelie dann auch noch über Nacht im Krankenhaus bleiben. Also bin ich mit den zwei Großen zurück nach Hause gefahren, um eine kleine Tasche für Annelie und HaDi zu packen. Die Reise nach Dar und die kleine Abschiedsfeier für HaDi, die dort für den von Freunden organisiert worden war, mussten wir notgedrungenermaßen absagen.

Es hat dann noch relativ lange gedauert, bis Annelie letztlich in den OP kam. Ich war währenddessen mit dem Rest der Familie und unseren Kurzzeitlern bei der Schulaufführung. Annelie war so traurig, dass sie nun das Musical der Oberstufenschüler verpasst! Aber daran ließ sich leider nichts ändern…

Ihr war es ganz wichtig, dass wir ihren Arm zudecken, weil sie ihn nicht sehen wollte. Verständlich – das sah nämlich echt unschön aus.

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Als die Aufführung vorbei war, bin ich direkt ins Krankenhaus gefahren, um noch ein paar Dinge für die Nacht zu bringen. Kurz nachdem ich dort war, wurde Annelie aus dem OP geschoben und zurück auf ihr Zimmer gebracht. Und bald darauf gingen ihre Augen auf.

Es hat noch etwas gedauert, bis sie richtig wach war. Aber dann kamen auch direkt einige Fragen von ihr, obwohl sie wirklich noch sichtlich müde war. Und sie meinte nach einem prüfenden Blick auf ihren Arm und vorsichtigen Fingerbewegungen: „Damit kann ich echt nicht mehr schreiben!“ Ich bin dann kurz darauf wieder gefahren.

Am kommenden Vormittag konnte ich die beiden dann wieder abholen. Die Nacht war ganz gut, auch wenn Annelie noch bis Mitternacht wach war und sich mit Filmen und Hörbüchern abgelenkt hat. Sie durfte allerdings auch erst nach etlichen Stunden wieder etwas Trinken und noch später essen.

Bevor es für uns nach Hause ging, musste nochmal geröntgt und mit dem behandelnden Arzt gesprochen werden. Ach, und wir mussten natürlich noch die Krankenhausrechnung begleichen, wofür mein Mann erst Geldnachschub von Zuhause holen musste… denn die Rechnung war deutlich höher, als wir erwartet hatten.

Tja, und nun hat unsere Annelie ihren Arm komplett im Gips. Bisher nur geschient, falls es Schwellungen geben sollte. Aber ab Sonntag wird daraus dann vermutlich ein richtiger Gips werden, denn da müssen wir zur Kontrolle ins Krankenhaus kommen.

3 Kommentare

  1. Oh es war eine OP. Das hatte ich gestern nicht richtig gelesen. Das tut mir leid. Gute Besserung weiterhin und viele liebe Grüße
    Andrea

    1. Author

      Es wurde nicht operiert, aber sie musste eben in den OP mit Vollnarkose, um die Knochen wieder in die richtige Postion zu bringen. Wegen der Schmerzen…

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