Und noch weitere 10 Tage

Mit dem offiziellen Sommeranfang kam bei uns der Regen zurück. Über die damit einhergehende Abkühlung habe ich mich gefreut, denn das vergangene Wochenende empfand ich klimatisch gesehen echt anstrengend. Dass ab dem 21. Juni die Tage schon wieder kürzer werden, hat für mich irgendwie einen unschönen Beigeschmack. Natürlich spürt man das aktuell noch nicht, und der Sommer hat ja offiziell mit diesem Tag ja erst begonnen. Aber es sind nur noch wenige Tage bis zum Beginn des zweiten Halbjahres von 2021. Upps!

Also von der Wetterseite her betrachtet, erwies sich Woche zwei am Ende nicht ganz so schlecht, wie meine App sie vorhergesagt hatte. Aber mit all den Wolken, Regenschauern und vereinzelten Gewittern war es doch ziemlich frisch geworden. Sommerpause, Badepause… und zwar bis zum Wochenende!

Meine nächtliche Ruhepause, die ich nach den vollen Tagen wirklich nötig habe, wurde wieder zuverlässig und regelmäßig missachtet. Vereinzelt schallten die ersten Weckrufe schon vor Mitternacht in mein schlaftrunkenes Sein, so dass ich mich mit schweren Gliedern ins Kinderzimmer schleppte. Es einfach zu ignorieren, geht nicht – zumindest blieben meine bisherigen Versuche dieser Art völlig erfolglos. Und mit dem Kind diskutieren ist wie mit einer Schallplatte reden. Man bekommt durchweg nur die Rückmeldung „nein – raus“ (heißt, dass er aus seinem Bett will). Das führte dazu, dass ich erneut jede Nacht einen Gast in meinem Bett liegen hatte – manchmal sogar zwei!

Nach dem Wechsel des Schlafortes gab es zwar keine lauten Mama-Rufe mehr. Aber da Josia auch während dem Schlafen sehr aktiv sein kann, konnte ich von geruhsamem Schlaf nur noch träumen. Wie gut, dass Josia zumindest in Woche eins einige Nächte in Folge bis nach 5 Uhr durchgeschlafen hatte! Das war ein sehr wohltuendes Geschenk für mich.

Wenn noch Zeit ist, bis der Schulbus kommt…

Ganz gleich, wie die Nacht für uns gelaufen war, spätestens um 6 Uhr musste ich raus. Joel wecken, Vesperdosen füllen, Spülmaschine leeren, Frühstück für die Kleinen vorbereiten… Josia nutzte nur äußerst selten die Gelegenheit, länger als 6 Uhr zu schlafen. Dabei könnte er problemlos erst um 6. 40 Uhr aufstehen, denn sein Taxi kommt um 7.25 Uhr. Obwohl man ihm an manchen Tagen die Müdigkeit deutlich angesehen hat, saß er zuverlässig mit den ersten Essern am Frühstückstisch.

Zwischendurch habe ich mich um ein paar Reparaturen gekümmert. Eine Wasserhängematte war im Begriff sich aufzulösen, das neue Schwimmtier hatte erneut ein kleines Loch und Josias Hose bedurfte eines Flicken. Ben hätte am liebsten selbst die Nähmaschine bedient. Aber zuschauen war dann doch ok für ihn. Und ein bisschen mit den Stecknadeln helfen.

Als ich Josia am nächsten Tag die frisch geflickte Hose zum Anziehen gab, war sein glücklicher Kommentar: „Oh, Mira!“ Ich hatte zwar eher die Paw Patrol im Sinn gehabt. Aber dieser Pfote fehlte die klassische Umrandung und hat ihn deshalb nicht an das Paw Patrol Symbol, sondern an das Pfoten Tattoo seiner Babysitterin erinnert, deren Hund Amira heißt.

Am Dienstagnachmittag hatte ich einen Kontrolltermin beim Zahnarzt, was nur machbar war, weil unsere Babysitterin die zwei Jungs übernehmen konnte. Und am Mittwoch kam seit langem endlich mal wieder Josias Freundin zu Besuch. Die drei hatten sehr viel Spaß zusammen. Josia fordert inzwischen deutlich Spielzeiten mit Freunden ein, was ein gutes Zeichen ist.

Hausaufgabenzeit

Von Donnerstag bis Montag kamen meine Schwiegereltern auf Besuch. Es war ein sehr herzliches Wiedersehen, da sie seit 10 Monate nicht mehr bei uns waren. Ben musste erst warm werden, was aber erstaunlich schnell ging. Und Josia wollte nicht mehr von der Seite seiner Bibi weichen.

Es wurde natürlich ganz viel gespielt – eigentlich an jedem Abend mindestens ein Spiel. Außerdem waren wir im Garten und haben erneut einen Schwung Beeren geerntet, denn ich unmittelbar zu Marmelade verarbeitet habe.

Für Freitag hatten meine Schwiegereltern ab Spätnachmittag eine Einladung zum Grillen bei meiner Schwägerin. Der Vormittag war erneut ziemlich verregnet, aber am Nachmittag konnten wir tatsächlich noch eine Runde rausgehen.

Unser kleiner Ausflug wurde ganz unerwartet zum Abenteuer, da mir die zwei Jungs einfach mal davon geradelt sind. Die ausführliche Geschichte erzähle ich hier.

Oma und Opa kamen schon früher von ihrem Besuch zurück als wir erwartet hatten, ebenso die zwei Großen von ihrem Jugendtreff. Und so konnte auch an diesem Abend eine kleine Runde gespielt werden.

Der Samstag präsentierte sich von der sonnigen Seite, und so ist mein Schwiegervater schon kurz nach dem Frühstück in den Garten gefahren. Arbeit gab es dort mehr als genug! Die Jungs haben sich mit ihrer Bibi amüsiert und ich konnte in Ruhe einiges im Haushalt erledigen.

Für den Nachmittag wollten wir ein leckeres Eis essen. Ein Teil der Familie kam mit zur Eisdiele und der Rest ist mit dem Rad in den Garten gefahren. Wenig später waren auch wir mit der süßen Erfrischung dort und es konnte in Ruhe geschlemmt werden.

Nach der Stärkung gab es einige helfende Hände, so dass Babu sein geplantes Werk gut vollenden konnte. Ich habe mich für die Liege entschieden und einfach den Wolken zugeschaut.

Vom Garten aus ging es direkt in den Pool, der endlich wieder die 29 Grad Marke überschritten hatte. Durch die kalten und regenreichen Tage war die Wassertemperatur wirklich sehr gefallen. Und als die kleinen Jungs am Abend endlich im Bett waren, haben wir in großer Runde „Pictures“ gespielt. Das war dann aber auch das einzige Mal in all den Tage, dass ich bei einem Spiel aktiv dabei war.

Am Sonntag war dann auch die Siedler-Zeit gekommen. Das gehört einfach zu einem Oma-Opa-Besuch dazu! Weil tatsächlich alle großen Kinder mitspielen wollten, wurden kurzerhand zwei Spielfelder aufgebaut. In den kommenden eineinhalb Stunden gingen Unmengen an Rohstoffe über unseren Esstisch. Immer mal wieder haben sich Ben und Josia dazu gesellt. Und wenn es ihnen zu langweilig wurde, ging es eine Weile mit Mama ins Kinderzimmer für den nächsten Einsatz mit der Paw Patrol.

Nachdem die Sieger feststanden, wurde zügig aufgeräumt. Für Oma und Opa ging es nochmal zu meiner Schwägerin, und wir haben hier ein einfaches Mittagessen genossen und bis dieses Verzehrbereit war noch ein bisschen Wii gespielt. Das wollten die Jungs nämlich schon während der Siedler-Area ganz unbedingt.

Am Nachmittag sank die Stimmung zwischen den zwei Kleinen spürbar. Es gab oft Streit aus nicht ersichtlichen Gründen und jeglicher Spielvorschlag meinerseits stieß nur auf Ablehnung. Letztlich sind wir noch eine Runde auf den Spielplatz – lüften hilft fast immer! Danach ging es in den Pool und abschließend kurz unter die Dusche, und schon war es Zeit fürs Abendessen.

An diesem Abend wurden dann die bunten Züge und Schiffe ausgepackt und quer über die Welt verbaut. Ich habe währenddessen eine Runde mit meinem Mann telefoniert, wie an vielen Abenden.

Mit der neuen Woche kam der Abschied von den Großeltern. Sie sind unmittelbar nach dem Frühstück nach Hause gefahren. Für Ben ging es in die Spielstube und dann hatte ich gute zwei Stunden nur für mich, die mit etwas Sport, Wäsche, Hausarbeit und Computerzeit wie im Flug vergangen ist.

Das geplante Mittagessen hatte ich für diesen Tag einfach gehalten. Hinsichtlich Mittagessen spüre ich tatsächlich am meisten die Veränderung, die der wieder geregelte Schulbetrieb mit sich bringt. Annelie fehlt an vier Wochentagen, Joel an zwei und vereinzelt kommt es noch vor, dass Nasya oder Romy über den Mittag mal nicht nach Hause kommen. Ha-Di fehlt im Augenblick ebenfalls… und schon ist die Runde am Mittagstisch ziemlich klein. Ungewohnt!

Josia hatte nach Hausaufgaben und Übungswörtern die fixe Idee, dass er unbedingt mit seiner Freundin spielen möchte. Also haben wir sie angerufen und nachgefragt. Wenig später saßen wir auf dem Rad bzw. im Anhänger, und sind in den Nachbarort geradelt, wo wir uns mit ihr auf dem Spielplatz getroffen haben. Später ging es auch noch zu ihr nach Hause. Es war echt schön, die drei bei ihrem kreativen Spiel zu beobachten. Sie spielen inzwischen wirklich sehr selbständig und schön zusammen. Nach Hause wollten sie auf keinen Fall. Aber wir mussten, und zwar nicht nur wegen den immer dunkler werdenden Wolken am Himmel. Für mich stand an diesem Abend nämlich noch ein Elternabend in Josias Schule auf dem Plan.

Die Gewitter zogen übers Land und haben vielerorts ziemlich gewütet an diesem Abend und auch am kommenden Nachmittag. Bei ging es mit den Auswirkungen noch, aber in Stuttgart und Umgebung gab es teils heftige Überschwemmungen und unzählige Baumschäden. Die Bilder aus den Nachrichten haben mich tatsächlich ein wenig an die Regenzeit auf Sansibar erinnert. Das ist kein gutes Zeichen!

Die Nacht auf Dienstag war von vielen Unterbrechungen geprägt. Josia wurde das erste Mal kurz vor Mitternacht wach. Dann wieder gegen 2 Uhr, wo ich ihn zu mir geholt habe. Er blieb unruhig, weshalb ich im stündlichen Turnus wach erneut geweckt wurde. Immerhin hat Ben am Dienstagmorgen bis halb acht geschlafen! Er hatte es so dringend nötig, nachdem er an den Tagen zuvor immer mit Josia wach wurde und danach keine Ruhe mehr war, um nochmals einzuschlafen.

Bevor es zur Essensvorbereitung in die Küche ging, haben Ben und ich eine kleine Runde gebadet. Sehr wohltuend – nur hatte Ben schnell keine Lust mehr. Der Nachmittag brachte für uns Dank des Regens mal wieder genügend Zeit für Spiele. Erst kurz vor dem Abendessen konnten wir noch eine kleine Runde mit den Fahrrädern zur Brücke fahren und den vorbeifahrenden Autos winken.

Die letzte Nacht allein hatte es nochmal so richtig in sich. Josia wollte auch diesmal schon kurz nach Mitternacht zu mir ins Bett umsiedeln. Aber ich hatte keine Lust und Kraft dafür. Also saß ich eine Weile bei ihm im Bett in der Hoffnung, dass er sich einfach wieder schlafenlegt. Leider kam Ben dazwischen, der ebenfalls wach wurde und nach mir rief.

Da Josia nicht von der Idee ablassen wollte, in mein Bett zu gehen. Habe ich Ben geschnappt und bin mit ihm in Josias Bett umgezogen. Nun stand für Josia unser ganzes Schlafzimmer frei.

Als ich nach ungefähr 15 Minuten nochmals nach ihm geschaut habe, war mein Bett verwaist. Ich fand ihn dann im Wohnzimmer auf dem Sofa, wo er sich zu seinem Bruder gelegt hatte. Joel war ungefähr eine halbe Stunde zuvor auf mein Anraten hin ins Wohnzimmer umgezogen, weil Josia einfach nur am Rumschreien und Bocken war.

Und da lagen die beiden Jungs nun und haben selig geschlafen. Also sind Ben und ich wieder in unser Schlafzimmer umgezogen. Er hat zwar noch recht lange gebraucht, bis er nach all dem hin und her wieder in den Schlaf gefunden hatte. Aber ab dann schlief er gut! Nur Josia war schon vor fünf Uhr wieder auf den Beinen. Als ich nach ihm geschaut habe, saß er im Wintergarten und hat ein Buch angeschaut. Ich habe ihn einfach sitzen lassen und bin zurück in mein Bett. Wenig später kam er dann doch zu mir gekrochen und hat sich in Papas Bett gekuschelt, wo er überraschend schnell wieder eingeschlafen ist. Viel Zeit blieb ja eh nicht mehr bis zum Wecker.

Ben und ich haben am Vormittag in aller Ruhe den Wocheneinkauf erledigt, danach noch etwas im Haushalt gewerkelt und ein paar Bilderbücher geschaut. Dann war es schon wieder Zeit fürs Kochen.

Am Nachmittag bin ich mit den Josia und Ben nach Stuttgart gefahren, wo wir wegen diverser Verspätungen noch ziemlich lange auf den ICE aus Frankfurt warten mussten. Ich hatte Essen eingepackt und die Kinder hatten Spaß an all den Tauben, Zügen und sonstigen Aktivitäten rund um uns. Als der Zug dann endlich eingefahren ist, war die Wiedersehensfreude mit dem Papa groß!

2 Kommentare

  1. Ich bewundere dich so sehr wie du mit so wenig Schlaf den Alltag mit deinen Kindern so gut hinbekommst!!! Ich habe auch 2 schlecht schlafende kleine Mäuse (1 u 5 J) zu Hause u kann ansatzweise nachempfinden wie müde du dich vermutlich oft fühlst. Allerdings sind es bei mir ja „nur“ 2 Kinder die rundum die Uhr liebevoll zu betreuen sind. Hochachtung davor wie du das mit 6 Kindern schaffst sie auch GUT zu betreuen! Danke für die vielen Texte u Fotos! Ich lese immer so gern bei euch mit!!! Josias Entwicklung finde ich besonders spannend, heute gibt es nur noch so wenige so besondere Kinder (zumind in meinem Umfeld). Aber auch die Entwicklung eurer großen Mädels interessiert mich immer wenn du da mal darüber berichtest! Alles Liebe u Gute weiterhin u hoffentlich bald wieder erholsamere Nächte!!! (Kümmert sich sonst dein Mann um Josia in der Nacht wenn er nicht unterwegs ist?) Vera

    1. Author

      Liebe Vera
      Danke für Deine liebe Rückmeldung. Wenn mein Mann da ist, dann kümmert er sich in der Regel nachts um Josia – ich um Ben. Aber Ben ist meist der deutlich bessere Schläfer 🙂 Ich konnte inzwischen ein wenig Schlaf nachholen, was sehr dringend nötig war. Aber ich spüre dennoch extrem die Erschöpfung im Augenblick. Ich bin einfach absolut reif für Urlaub, damit ich dann hoffentlich auch wieder mehr Geduld und Nerven für meine Kinder habe. Derzeit liegen sie echt oft blank.
      Auch Dir ausreichend Schlaf und viel Kraft für Deine Kinder!
      Gruß – Doro

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