Unsere ziemlich außergwöhnlichen Osterferien

Für zwei unserer fünf Schulkinder begannen die diesjährigen Osterferien bereits am Mittwoch. Da ich mittwochs in der Regel beim Frauenfrühstück bin, und ich an diesem Vormittag nicht nur die Gastgeberin, sondern auch fürs Thema zuständig war, habe ich Annelie um Mithilfe bei der Josia-Aufsicht gebeten. Sie war offen dafür und sogar mutig genug, um einen Ausflug in den Zoo zu wagen. Und so zogen die beiden an ihrem ersten Ferientag erwartungsvoll und vorfreudig unmittelbar nach dem Frühstück von dannen.

Ich bin in solchen Momenten immer hin und hergerissen zwischen: ist das verantwortungsbewusst oder verlange ich zu viel von meiner Tochter? Deshalb hatte ich mich auch nochmal explizit bei ihr erkundigt, ob sie sich einen solchen Ausflug mit ihrem Bruder zutraut – denn er ist, wie er ist. Und das ist nicht immer einfach. Und der Zoo ist eben nicht der Spielplatz hier ums Eck. Ihre Rückmeldung dazu war nur: >Ach Mama, bei den Rangern betreue ich eine ganze Truppe an Kids, die noch jünger sind als Josia. Traust du mir das nicht zu?<

Traue ich es ihr zu?

Für mich ist es dann sehr hilfreich, wenn ich mir vor Augen führe, was ich in ihrem Alter schon alles ganz selbstverständlich und völlig eigenständig gemacht habe… Mitarbeit in der Mädchenjungschar, regelmäßige Babysitterjobs, und das meist bei Familien mit mehreren Kindern, und natürlich all das Babysitting und Mithelfen bei der Grundversorgung meiner eigenen Geschwister. Ich kann meinem großen Mädchen durchaus was zutrauen und es ist nicht gleich eine Überforderung oder kompletter Leichtsinn meinerseits – auch wenn ich meinen besonderen Sohn kenne.

Wir Frauen hatten einen schönen Vormittag, wenn auch in außergewöhnlich kleiner Runde. Und bei den zwei Zoobesuchern lief bis auf einen Kletterunfall auch alles gut. Josia hat sich bei einem der vielen Spielplätze wohl etwas verstiegen und ist daraufhin ungeschickt auf seinen Po und Rücken gefallen. Er wollte anfangs gar nicht mehr laufen, so dass Annelie ihn Hucke-Pack genommen hat, bis sie nicht mehr konnte. Die beiden haben sich nach dem Vorfall mit vielen Stopps noch eine Weile weiter durch den Zoo bewegt, aber irgendwann wurde es Annelie zu viel und sie hat ihn mit schwindender Kraft zur U-Bahn geschleppt. Als sie daheim waren, hat mir Josia sofort sein Leid geklagt und mir seinen schmerzenden Rücken präsentiert. Gesehen habe ich nicht wirklich was, aber in den kommenden Tagen war sein Aua immer mal wieder Thema. Er muss sich also ziemlich weh getan haben.

Ab Donnerstag hatten auch die restlichen Kinder frei, zumindest auf dem Papier. Für Nasya ging es nämlich trotzdem an die Schule, da sie in einem ihrer Kursfächer eine Probe-Abi-Klausur geschrieben haben. Annelie, Josia und ich sind nach Ludwigsburg zum Shoppen. Es war die letzte Möglichkeit, um noch an Schuhe zu kommen, die Annelie für ihr Arbeitsoutfit benötigt hat. Für sie beginnt direkt nach den Ferien ihr Praktikum, und da sie ein einem Hotel arbeiten wird, besteht eine gewisse Kleidervorschrift.

Wir haben erfolgreich nach Schuhen gesucht und sind anschließend direkt weiter zum Möbelschweden, um ein paar Kleinigkeiten zu erwerben. Die dringend benötigten Füße für Annelies Schreibtisch waren leider nicht auf Lager, weshalb wir also demnächst nochmal dort hinmüssen. Da muss das Kind wohl noch ein bisschen länger mit dem Provisorium auskommen. Immerhin haben wir einen passenden Spiegel für ihr neues Zimmer gefunden, der vermutlich erst an die Wand kommt, wenn ihr Papa zurück sein wird.

Josia war voll im Glück darüber, dass es endlich wieder Eis gibt. Also gab es zum Abschluss unseres Einkaufs für jeden noch eine Kleinigkeit zu essen. Nach Hotdog bzw. Softeis sind wir unverzüglich zum Kindergarten gedüst, um Ben einzusammeln. Von dort aus ging es weiter in ein kleines Einrichtungshaus in der Nähe, da Annelie sich noch nach Vorhängen umschauen wollte. Zusätzlich zu den Vorhängen wanderten ein paar neue Kindergläser und eine Kindersitzgarnitur in unseren Einkaufswagen. Wegen der fortgeschrittenen Zeit haben wir uns für ein Mittagessen vor Ort entschieden. Und nach der Stärkung ging es endlich zurück nach Haus.

Nachdem das Auto entladen war, habe ich den Akkuschrauber aus dem Keller geholt und gemeinsam mit den Jungs wurde die neu erworbene Sitzgarnitur aufgebaut. Die zwei hatten es ganz wichtig mit dem Akkuschrauber. Nach erfolgreicher Arbeit ging es eine Weile auf den Spielplatz und abschließend in die Bücherei.

Der Karfreitag überraschte mit sommerlichen Temperaturen. So sind wir direkt am Vormittag zum Spielplatz, wo wir ganz unter uns waren. Am Nachmittag haben wir unsere Freunde besucht und auch dort die meiste Zeit im Garten verbracht. Da die Jungs überwiegend schön und eigenständig mit ihrer Freundin gespielt haben, konnte ich ganz in Ruhe auf der Terrasse sitzen und mich nett unterhalten.

Am Samstag ging die Reduktion unserer Familie in die nächste Phase. Zuerst wurde Annelie abgeholt und kurz nach dem Mittagessen machten sich auch Nasya und Joel auf den Weg zu ihrem Camp. Für alle drei stand eine Woche Musicalfreizeit auf dem Programm. Da sie Teilnehmer auf unterschiedlichen Camps waren, haben die Jungs und ich in der kommenden Woche gleich zwei Aufführungen besucht.

Wir waren nachmittags eine Weile auf dem Spielplatz und anschließend haben wir noch ein paar Osterhasen und Eier aus Quarkteig gebacken. Josia wollte dann noch ein bisschen malen und so kamen endlich die neuen Filzstifte zum Einsatz. Die SuperWings sind gerade seine neue Vorliebe, und so lief nebenbei das passende Hörspiel zu den ausgewählten Ausmalbildern. Ich muss sagen, dass mich Josia mit seiner Sorgfalt und Ausdauer echt überrascht hat. Ben hatte nach einem Kunstwerk genug, aber Josia hat insgesamt 3 Bilder ausgemalt.

Der Ostermorgen wurde unsererseits kein bisschen festlich begangen. Wir hatten zwar am Nachmittag davor noch ein paar Häschen und Eier aus Quarkteig gebacken. Aber zu mehr hat es nicht gereicht. Für nur 10 Eier Farben anzusetzen, schien mir zu verschwenderisch. Und mehr Eier zu färben hätte keinen Sinn gemacht, denn schließlich muss man die ja auch alle irgendwann essen. Dafür fehlten uns zu diesem Zeitpunkt eindeutig die Familienmitglieder.

Das >Frühstück mit Eichhörnchen< erfolgt bei uns in zuverlässiger Regelmäßigkeit. In seltenen Fällen können wir sogar beide Eichhörnchen gleichzeitig am Futterhäuschen beim Nüsse knabbern beobachten. Auch wenn die beiden nicht mehr in der Wasserrinne unseres Wintergartens wohnhaft sind, so scheinen sie zu unser aller Freude nicht zu weit verzogen zu sein.

Gefühlt haben wir den Ostersonntag mit wenig Unterbrechung auf Spielplätzen verbracht, am Vormittag hier vor Ort und am Nachmittag in Heimerdingen. Der Wind war deutlich kühler als an den Tagen davor, aber in der Sonne war es dennoch wunderschön und so sind wir tatsächlich über drei Stunden geblieben. Daheim hat uns ja eh niemand erwartet.

Am Ostermontag zogen wir direkt nach dem Frühstück in Richtung Zoo. Da die S-Bahn ihre Türen geschlossen hat, als die vom Aufzug aufgingen, haben wir wieder kehrt gemacht, und sind nach Hause geradelt. An Feiertagen fährt die Bahn bei uns nur alle 30 Minuten. Und diese Zeit wartend auf dem hiesigen Bahnhof zu verbringen, war kein verlockender Gedanke für mich. Also haben wir aufs Auto umgesattelt und sind damit bis zur Endstation der U13 gefahren. Von dort aus konnten wir ohne einen weiteren Umstieg zur Wilhelma fahren. Ich bin sehr erfreut, dass der obere Eingang endlich wieder geöffnet ist. Diese simple Tatsache macht einen Besuch mit Kinderwagen so viel leichter, wie ich finde, denn man läuft von dort aus fast nur abwärts und zusätzlich entgegen dem Hauptstrom der Besucher 🙂

Gutes Wetter plus Feiertag – da sind viele Menschen vorprogrammiert. Wir hatten dennoch ein paar nette, tierische Stunden. Und als es uns zu voll wurde, sind wir ganz entspannt zur U-Bahnhaltestelle geschlendert, vorbei an der stetig wachsenden Warteschlange vor dem Eingang. Die beste Zeit des Tages war hier definitiv schon gewesen, außer man bevorzugt die Bewegung in einer großen Menschengruppe. Also für mich bedeuten solche Rahmenbedingungen im Alleingang mit den zwei kleinen Jungs, die gerne mal ohne Vorankündigung ihre eigenen Wege gehen, nur zusätzlicher Stress.

Auf dem Heimweg haben wir einen kurzen Abstecher in den Garten meiner Freundin eingebaut. Es war so schön, sie endlich mal wieder zu sehen und nicht nur über Sprachnachrichten und Telefon miteinander zu quatschen. Die Jungs haben sich nebenher mit Stöcken beschäftigt, bis der Hunger irgendwann zu groß wurde und wir alle nach Hause gefahren sind.

Nur wenig später ging es für uns mal wieder auf einen Spielplatz, diesmal in netter Gesellschaft von Freunden. Josia und Ben haben viel eigenständig und mit ihrer Freundin gespielt. Außerdem hat einer der Papas sich ganz toll um die zwei gekümmert, so dass ich ein wenig durchatmen und sitzen bleiben konnte. Dafür hat er nun eine kostenfreie Sporteinlage abbekommen durch sein ausgiebiges Kinder anschucken, auf Seilbahnen heben und auf der Schulter reiten lassen.

Am Dienstag durfte Ben wieder in den Kindergarten, und Josia und ich haben eine Runde eingekauft. War zwar nicht notwendig – unser Verbrauch ist kaum spürbar -, aber der junge Herr hatte einen Tapetenwechsel dringend nötig. Er tut sich gerade schwer damit, richtig ins Spielen zu finden. Also haben wir uns entsprechend Zeit gelassen, denn daheim ist es ihm eh nur langweilig.

Am Nachmittag sind wir zur Logo. Nach vier Wochen Pause – ich sag nur: Corona auf beiden Seiten – war das dringend mal wieder nötig. Ben hat sich die Gunst der Stunde zu eigen gemacht und auf ein Eis bestanden.

Kurz nach unserer Rückkehr kam die Babysitterin. Erster Besuch nach C und letzter Besuch vor ihrem Urlaub. Dabei hätte ich sie in den kommenden Tagen liebend gerne noch öfter bei mir gehabt! Ich konnte in Ruhe an einem meiner unzähligen Projekte arbeiten, die sich hier auf dem Schreibtisch stapeln. Und eine kurze Besorgungsrunde durch die Stadt ganz ohne Anhang war auch noch möglich.

Der Mittwoch führte uns zu einer Pumptrack. Deshalb durfte Ben an diesem Tag auch kindergartenfrei machen und uns begleiten. Er liebt diese Bahnen so sehr. Es war recht frisch an diesem Vormittag und dort am Hang auch recht windig. Aber in der Sonne ließ es sich gut aushalten. Und so haben wir letztlich über zwei Stunden mit meiner Freundin und ihren zwei Kindern dort verbracht.

Am Nachmittag kam Josias Freundin zu uns zu Besuch und die drei Kinder hatten eine schöne Zeit zusammen. Nach der Turnstunde im Keller, einer kleinen Runde Playmobil und etwas Paw Patrol ging es auf den Spielplatz. Das Wetter präsentierte sich weiterhin so schön frühlingshaft.

Nach einem schnellen Abendessen haben wir uns auf den Weg zum ersten Konzerttermin von Nasya und Joel gemacht. Obwohl es bis 21.15 Uhr ging, haben beide Jungs erstaunlich gut durchgehalten. Ben ist nach ungefähr der Hälfte auf meinen Schoß umgesiedelt und wurde zunehmend anhänglicher, was mit großer Wahrscheinlichkeit der Müdigkeit geschuldet war.

Nasya an der Geige
Joel als einer der Arbeiter am Hof des Maharadschas (links neben der Mülltonne)

Ich hätte nicht damit gerechnet, dass wir uns an diesem Abend das ganze Konzert anschauen. Josia hat sich zwar die meiste Zeit die Ohren zugehalten, weil es für sein Verständnis viel zu laut war. Vielleicht ein kleiner Nachteil davon, wenn man in der zweiten Reihe sitzt. Die Lautstärke hat ihn aber nicht davon abhalten können, mit dem ganzen Körper dabei zu sein und die Geschichte mit ungeteilter Aufmerksamkeit zu verfolgen. Ich wurde im Anschluss sogar von den Leuten hinter uns darauf angesprochen, ob Josia denn immer so viel Energie und Begeisterung ausleben würde.

Ben ist auf der Heimfahrt in seinem Sitz eingeschlafen; Josia zum Glück nicht. Denn ihn ins Bett zu tragen, hätte mich vermutlich überfordert.

Die Vormittage allein mit Josia verliefen meist wie folgt. Gemeinsam etwas Ordnung in unserem Zuhause schaffen, saugen inklusive, dann vielleicht noch eine Ladung Wäsche versorgen und anschließend am PC Bilder bearbeiten. Auf diese Weise sind wir beide in den vergangenen Tagen immer wieder in unseren Sansibarurlaub abgetaucht. Josia wollte bevorzugt Videos anschauen, weshalb ich mich glücklich schätzen konnte, wenn ich zwischendurch auch ein paar Bilder verkleinert und blogbereit bekam. Vielleicht finde ich in näherer Zukunft endlich Zeit und Ruhe, um über unsere besondere Reise im Oktober zu berichten. Nicht nur in mir riefen die Bilder viele schöne Erinnerungen wach, auch Josia war voller Aufmerksamkeit und Begeisterung bei der Sache und hat immer wieder auf seine Weise erzählt, was er damals erlebt hat… und das er da unbedingt wieder hingehen muss! So ganz unbedingt!

Gleich nach dem Mittagessen machten wir uns auf den Weg zum Ditzinger Jugendhaus. Ich hatte Josia zu einem Nudelworkshop, ein Angebot der Stadtferien, angemeldet. Anfangs war er extrem schüchtern und wollte keinen Millimeter von meiner Seite weichen. Also sind Ben und ich mit ihm rein. was den kleinen Mann in seinem Drang, unbedingt mitzumachen, zusätzlich befeuert hat. Ben wollte nicht so recht einsehen, dass wir zwei hier nur zuschauen. Als Josia nach geraumer Zeit ganz unerwartet die Hand erhob und mir mit dem Abschied: >Tschüü Mama< die Freigabe zum Gehen erteilt, war ich echt verblüfft. Damit hatte ich nach dem schweren Start absolut nicht gerechnet.

Dankbar bin ich mit Ben von dannen gezogen, der darüber nicht all zu erfreut war. Wir sind in die Bücherei, um eine Vorbestellung abzuholen und noch kurz zur Drogerie. Dann ging es zurück nach Hause, wo wir uns ein Eis gegönnt haben. Und nach einer guten Stunde mussten wir uns bereits wieder auf den Weg zur Abholung machen.

Als wir ankamen, war Josia noch voll bei der Arbeit. Seine Nudeln waren bislang noch ein Klumpen Teig. Wenig später hat sich das dann verändert und als die wertvolle Fracht ihr Salzwasserbad hinter sich gebracht hatte, wurde sie in brüderlicher Zusammenarbeit unverzüglich verspeist. Ohne Soße – das war Josia ganz wichtig!

Von dort aus sind wir zu einer Freundin aus meiner Jugendkreiszeit. Sie hat eine kleine Tochter, die ebenfalls das Down Syndrom hat. Wir haben immer mal wieder losen Kontakt über WhatsApp und nun kam es endlich zu einem Wiedersehen. Ich kannte die Kleine bislang nur von Bildern und Videos. Die Kinder haben schön miteinander gespielt. Besonders cool fand Josia das Fußballspielen im leerstehenden Pool von den Großeltern der Kleinen.

Für Freitag hatten wir Linea zu uns eingeladen. Die zwei haben zuerst ein T-Shirt bemalt und danach voller Hingabe Playmobil gespielt. Als sie mit ihrem Aufbau fertig waren, konnte man im Flur keinen Fuß mehr vor den anderen setzen. Nach dem Mittagessen verbrachten wir noch etwas Zeit im Keller und im Garten, bis Linea gegen 16 Uhr von ihrem Papa abgeholt wurde. Sein Termin am Vormittag ging deutlich länger, als anfangs erwartet.

Wir drei sind anschließend eine kleine Weile zum Spielplatz und danach war ein Bad für die beiden Herren unumgänglich.

Am Samstag stand lediglich der Termin am Abend fest. Wir wollten erneut zum Konzert, um auch Annelie in Aktion zu erleben. Immerhin fand dieses Konzert hier vor Ort statt und dazu noch eine Stunde früher, was mir mit den Kleinen im Gepäck sehr entgegenkam. Der Tag verflog recht schnell, da wir nach Büchereibesuch, kurzem Streifzug über den Kunsthandwerkermarkt, ein bisschen Spielplatzzeit und einem leckeren Mittagessen im Wichtel noch kurzfristig Freunde vom Kindergarten zu uns eingeladen hatten. Meine Jungs konnten es kaum erwarten, bis die zwei Mädels endlich bei uns eingetroffen sind. Und dann war die Zeit zu viert viel zu schnell wieder rum.

Annelie steht ganz rechts vorne mit ihrer Querflöte

Die Idee mit dem früher gehen, fand bei Josia keinen Anklang. Und so haben wir das Musical tatsächlich ein zweites Mal komplett angeschaut. Lediglich die Zugaben und die Dankesansprache am Ende haben wir ausfallen lassen.

Am Sonntag war die Freude groß, als nach und nach die Geschwister zum Frühstück aufgetaucht sind. Die zwei hatten ihr Frühstück schon früh am Morgen im Wintergarten eingenommen – keine Ahnung, warum es ausgerechnet dort sein musste.

Während den Zeiten ohne meinen Mann sind die Nächte für mich stets der größere Schrecken; und das nicht ohne Grund. Leider hatte Josia diesmal sichtlich damit zu kämpfen, dass sein Papa ausgeflogen ist und er nicht wie gewünscht mitgehen konnte. Es hat ihm ganz und gar nicht in den Plan gepasst und das kam hauptsächlich nachts zum Vorschein. In der ersten Woche hat er extrem unruhig geschlafen und sehr oft nach seinem Papa gerufen. In den meisten Fällen war es im Schlaf, aber ich bin natürlich dennoch davon wach geworden, zeitweise fast im Stundentakt. Manchmal war er auch richtig wach und wollte dann zu mir ins Bett kommen. Aber dagegen habe ich mich strickt gewehrt.

Nasya hat mir zum Glück zwei Nächte abgenommen, indem sie Donnerstag- und Freitagnacht bei den zwei Jungs im Kinderzimmer übernachtet hat. Von „geschlafen“ konnte nicht die Rede sein, wie ihre Aussage bestätigte: „Mann, da kann man wirklich nicht schlafen!“

Irgendwann wurde es tatsächlich besser und es gab sogar ein paar Nächte, wo Josia sich erst in den frühen Morgenstunden gegen 5.30 Uhr gemeldet hat. Zu dieser Zeit durfte er dann nach einem Klostopp in Papas Bett schlüpfen und dort eine Runde weiterschlummern, was aber selten länger als 6 Uhr angehalten hat.

Zur Krönung meiner ganzen Schlaf-Odyssee ließ Josia mit viel Schwung am Freitagmorgen den Rollladen im Kasten verschwinden. Dazu muss gesagt sein, dass sich zeitweise schon das kleinste Licht an einem Ladegerät einen ungünstigen Einfluss auf meinen Schlaf haben kann. Das ist nicht immer der Fall, aber doch recht oft und vor allem dann, wenn meine Nächte generell schon zu vielen Störfaktoren ausgesetzt sind.

Ich habe mein Fingerspitzengefühl zum Einsatz gebracht und mehrfach versucht, dem verschwundenen Schatz an die Rolle zu gehen. Aber ich konnte mit meinem blinden gefingere noch nicht mal das Ende des Rollladens ausfindig machen. Ist ja auch ziemlich eng dieser Schlitz da oben.

Meine handwerklichen Fähigkeiten reichten gerade so für eine Notfalllösung aus. Dank einem großen Stück Karton, welches die fast perfekten Maße hatte, und einer schwarzen Decke war mein Schlafzimmer wieder so weit verdunkelt, dass mein zartes Blümchen namens Schlaf zumindest an dieser Stelle keine Räuber mehr zu fürchten hatte. In der ersten Nacht versuchte ich es nämlich komplett ohne Verdunklungshilfe, was mir eine äußerst unruhige Nacht bescherte, denn ich kam einfach nicht im Tiefschlaf an. Und das konnte ich mir mit meinem momentanen Schlafminus kein weiteres Mal leisten!

Nun hoffe ich, dass dieses Konstrukt so lange durchhält, bis mein Mann wieder einfliegt und die Sache fachgerecht in Angriff nehmen kann. Das wird vermutlich frühestens am Mittwoch der Fall sein.

Unsere Osterferien gingen mit einem unspektakulären Sonntag und ganz nebenbei bemerkt auch ohne gemeinsames Osterfest zu Ende. Ja, wir hatten als Familie den Entschluss gefasst, dass wir es aufgrund der speziellen Umstände einfach um zwei Wochen nach hinten schieben.

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