Mama allein daheim

Es ist Montag, der 25. April. Die diesjährigen Osterferien sind vorbei und sie waren wohlgemerkt ziemlich außergewöhnlich; zumindest für einen Teil der Familie. Aber dazu folgt in Kürze ein separater Post. Jetzt muss ich erstmal mit Nachdruck betonen, dass ich ganz allein daheim bin. Es ist ruhig! Selbst die Katze scheint sich ins Badezimmer oder eins der verwaisten Betten verzogen zu haben. Ganz ehrlich, dieses Tier kann manchmal schlimmer sein als ein kleines Kind.

Ich weiß gar nicht, wann ich zuletzt wirklich so ganz allein daheim war! Familientechnisch gesehen war das vor über drei Wochen zuletzt der Fall, am Donnerstag Ende März. Da waren alle Kinder in Schule und Kindergarten und ich konnte diesen Augenblick gar nicht in seiner Besonderheit wertschätzen, weil ich ja nicht ahnen konnte, was da schon auf uns lauert.

Mal Hand aufs Herz. Genaugenommen weiß doch keiner von uns, was kommt. Es gibt zwar sowas wie Pläne und Termine, das normale Leben, unseren sogenannten Alltag eben. Aber spätestens seit dieser Pandemie erscheint vieles in einem völlig neuen Licht und wir haben mehr als deutlich zu spüren bekommen, dass wir oft ganz und gar nicht wissen, was morgen sein wird!

Ich habe meinen letzten kinderfreien Vormittag unter anderem bei einem Vorsorgetermin verbracht. Außerdem ging es hier im Haus etwas wirbeliger als sonst zu, denn die Sache rund um den Auszug meiner Schwester machte uns allen in unterschiedlicher Weise zu schaffen.

Der erste April kam und mit ihm das Gastspiel von Lady C. Wie das bei uns so verlaufen ist, habe ich hier bereits ausführlich erzählt. Für Josia sollte der 1. April zum letzten Schultag für die kommenden drei Wochen werden, denn er hat es letztendlich als einziges Familienmitglied nicht mehr rechtzeitig zum Negativstatus geschafft. Aber seine Ferien starteten auch schon am Mittwoch.

Der Gedanke an die nahenden Ferien saß mir auch ohne den Faktor C seit längerem äußerst unangenehmen im Nacken, weil diese sich zum überwiegenden Teil mit Ha-Dis nächster Geschäftsreise überschneiden sollten, und ich sie folglich größtenteils als Single-Mama zu meistern hätte.

Kurze Randnotiz: Generell versucht Ha-Di bei der Planung seiner Auslandsreisen gewisse Faktoren zu berücksichtigen, wie z.B. die Schulferien unserer Kinder und den Anteil an betroffenen Wochenenden, denn er will so wenig wie möglich von unserer Familienzeit verplanen. Ein wesentlicher Grund dafür ist der Tatsache zuzuschreiben, dass die zwei Jüngsten bislang noch spürbar betreuungsintensiv sind. Aber für diese Reise waren noch andere Variablen im Spiel. Schließlich wollte Romy ihren Papa ausnahmesweise begleiten, und um dieses Vorhaben real werden zu lassen, mussten wir leider einen Teil der Ferien angreifen.

Exakt an diesem Punkt hat uns Corona in mehrfacher Weise ein Extrapaket aufgebrummt – genaugenommen vor allem MIR. Zum einen musste die komplett durchorganisierte Reise um fünf Tage nach hinten geschoben werden, was zur Folge hatte, dass mein Mann die gesamten Osterferien auf Sansibar verbringen sollte. Des Weiteren musste Ha-Di viele seiner Termine vor Ort verlegen und teils auch neu planen, was mit dem Ramadan im Gepäck gar nicht so einfach war. Außerdem hat diese Krankheits- und Quarantänephase einen nicht unwesentlichen Anteil meiner Kraft und Nerven verschlungen, die ich eigentlich dringend für die Zeit ohne meinen lieben Mann gebraucht hätte. Zusätzlich zum Dauerbelagerungszustand und all der Arbeit, die damit einhergegangen ist, hatten wir den Wegfall von Hilfe zu verbuchen, denn wieder die Putzfrau noch die Babysitterin konnten uns in der C-Zeit mit ihrer Anwesenheit beehren. Und letztlich waren drei Wochen ohne Schule und ohne festes Programm für Josia eindeutig viel zu lang! Er hatte seinen Ferien- und Lagerkoller schon bevor die eigentlichen Ferien überhaupt am Start waren. Und das ist äußerst ungut!

Aber irgendwie zog auch diese Zeit ins Land. Und wer mehr Details darüber erfahren möchte, kann das gerne hier tun, denn ich habe während dem Schreiben beschlossen, dass dieser Beitrag definitiv zu lang werden würde, wenn auch noch die gesamten Osterferien darin Platz finden sollen. Also schreibe ich darüber lieber separat.

Heute war übrigens der erste Tag seit Ha-Dis Abwesenheit, an dem Josia bis nach 6 Uhr geschlafen hat… jetzt, wo die Ferien wieder rum sind!

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